Jeanna, wie war Dein Tag?

Jeanna wie sieht dein Tag auf der Maternity Ward so aus?

Jeanna: „Neben den Geburten gibt es auf der Maternity Ward noch andere Aufgaben. Unter Anderem sind die Schwestern und Hebammen fürVerbandswechsel zuständig. Seit Montag machen wir zum Beispiel einen Verbandswechsel bei einer Mastitis. Montag sah die Wunde noch sehr schlimm aus. Gespült wird die Wunde mit Metronidazol. Der Frau wurde erklärt, dass sie für die nächsten Verbandswechsel Honig kaufen und mitbringen soll. Dieser wird bei den weiteren Verbandswechsel dann zum Schluss auf einer Kompresse verteilt und anstelle von Jod genutzt um die Wunde abzudecken.

Schmerzmittel gibt es für die Verbandswechsel in der Regel nicht oder nur sehr wenig. Für sehr schmerzhafte Wunden gibt es Diclofenac i.m., aber auch hier wird manchmal nicht auf den Eintritt der Wirkung gewartet. Als wir mit den Wundversorgungen fertig waren, waren auch die sterilen Kompressen aufgebraucht, also mussten neue gefaltet werden. Zuerst wird eine Rolle Gaze zugeschnitten und dann wird gefaltet. Sie werden in einem silbernen Behälter gelegt und dann sterilisiert.“

Wie sieht es denn mit Sterilität der Kompressen und Geräte aus?

Jeanna: „Der ‚Steri‘ befindet sich hauptsächlich im OP, jedoch hat die Maternity Ward auch einen kleinen Steriraum für Notfälle. Man kann an dem Sterilisator einstellen wie lange (0-4h) und auf wie viel Grad (40-200) das Gerät laufen soll.

Die Angestellten der Maternity Ward erzählen, dass es im Moment häufiger Probleme von postpartaler Sepsis, insbesondere nach Sectio. Einmal wöchentlich gibt es eine Besprechung auf der Maternity Ward in der unter anderen Probleme und Herausforderungen angesprochen werden. Hier wurde auch auf die erhöhte Sepsis-Rate eingegangen und nochmal die Bedeutung von guter (Hände-)Hygiene angesprochen.“

Welche weiteren Probleme gibt es auf Station?

Jeanna: „Ein weiteres Problem der Station ist, dass manche Waren zeitweise nicht lieferbar sind. So hat die Schwester uns heute erzählt, dass nicht mehr viele Gaze für die sterilen Kompressen vorhanden sind. Sobald diese komplett aufgebraucht sind und noch kein Nachschub da ist, müssen die Patienten oder ihre Angehörigen selbst welche besorgen. Ansonsten kann bei diesen Patienten kein Verbandswechsel durchgeführt werden.“